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01Seide

Vom Kokon zum Kissen.

Ein Blatt, eine Raupe, ein Faden von mehreren hundert Metern. Wie aus einem Kokon der Stoff wird, der nachts auf deiner Haut liegt, und was 22 Momme und Grade 6A bedeuten.

Wie Seide entsteht
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  1. Das Blatt

    Alles beginnt mit dem Maulbeerbaum. Die Raupe des Seidenspinners Bombyx mori frisst ausschliesslich seine Blätter, rund vier Wochen lang, Tag und Nacht. Weil sie unter ruhigen, kontrollierten Bedingungen gehalten wird, spinnt sie später einen besonders langen, gleichmässigen und feinen Faden.

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  3. Der Kokon

    Dann spinnt sie sich ein: ein einziger, ununterbrochener Faden aus dem Protein Fibroin, zusammengehalten vom Seidenleim Sericin. In zwei bis drei Tagen entsteht ein Kokon mit mehreren hundert Metern Faden am Stück.

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  5. Das Abhaspeln

    Die Kokons werden in warmem Wasser gelöst, der Faden wird vorsichtig abgewickelt. Mehrere Fäden zusammen ergeben einen Rohseidenfaden, noch matt und steif vom Sericin.

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  7. Das Entbasten

    Der Seidenleim wird ausgewaschen. Übrig bleibt die glatte, kühle, leicht glänzende Faser, die wir als Seide kennen: das Fibroin.

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  9. Das Weben

    Für unsere Stücke wird die Seide in Atlasbindung gewoben, als Charmeuse. Die Fäden liegen lang auf der Vorderseite, daher der Glanz. Die Rückseite bleibt matt. Erst jetzt entscheidet sich, wie dicht der Stoff wird: das Momme.

Und Wildseide?

Wildseiden wie Tussah stammen von anderen Raupenarten, die im Freien fressen. Ihre Fäden sind kürzer und unregelmässiger, der Stoff ist rauer. Für alles, was direkt auf Haut und Haar liegt, ist Maulbeerseide deshalb die Referenz.

Was «Momme» bedeutet

Momme (mm) ist die japanische Gewichtseinheit für Seide: 1 Momme = 4.34 g/m². Die Zahl sagt, wie viel Seide in einem Quadratmeter Stoff steckt, also wie dicht das Gewebe ist. Je höher, desto schwerer, blickdichter und langlebiger. Je tiefer, desto leichter und durchscheinender.

So wird gemessen: Ein Stück Seide von 45 Zoll Breite und 100 Yards Länge (gut 1.1 auf 91 Meter) wird gewogen. Wiegt es 22 Pfund, hat der Stoff 22 Momme.

Wo 22 Momme liegt

102030
Chiffon6
Günstige Bezüge16
Nachtseide22
Schwer, warm26

22 Momme, der Standard für Seidenbettwäsche

  • 16 bis 19 MommeLeicht und günstig, aber dünn. Die Seide nutzt sich schneller ab und wird mit der Zeit durchsichtig. Häufig bei günstigen Kissenbezügen.
  • 22 MommeDicht, glatt und langlebig, aber immer noch leicht und kühl. Der Standard für hochwertige Seidenbettwäsche.
  • 25 Momme und mehrNoch schwerer und teurer, spürbar wärmer. Für Kissenbezüge selten nötig.

Unsere Kissenbezüge haben 22 Momme (≈ 95 g/m²). Ein Bezug von 50 × 70 cm wiegt darum 76 bis 82 Gramm; unser Muster wiegt nachgewogen 81 Gramm. Wäre es die übliche 16-Momme-Ware, läge es bei rund 60 Gramm.

Was «Grade 6A» bedeutet

Die Buchstaben stehen für die Faserqualität (A ist die langfaserige, höchste Klasse) und die Zahl für die Stufe innerhalb davon. 6A ist die oberste. Das Grading ist eine Klassifizierung der Branche, kein staatlicher Standard. Deshalb nennen wir zusätzlich das Gewicht: Das kannst du nachprüfen.

Woher unsere Seide kommt

Unsere Stücke werden in Suzhou gefertigt, dem Zentrum der Maulbeerseide seit Jahrhunderten, aus OEKO-TEX® STANDARD 100 zertifizierter Produktion (Produktklasse I, die strengste Stufe, sie gilt auch für Babyartikel). Gelagert, geprüft und verschickt werden sie von uns in der Schweiz.

Seide ist nicht gleich Seide

Dieselbe Faser, verschieden gewoben. Die Webart bestimmt Griff, Glanz und das übliche Gewicht.

  • Chiffon6 bis 8 MommeHauchdünn und durchscheinend: Schals, Abendmode.
  • Georgette8 bis 12 MommeLeicht gekräuselt, fliessend: Blusen, Kleider.
  • Crêpe de Chine12 bis 16 MommeMatt und griffig: Kleider, Blusen.
  • Twill12 bis 30 MommeFeine Diagonalstruktur: Krawatten, Foulards.
  • Charmeuse12 bis 30 MommeGlänzend vorne, matt hinten: Dessous, Bettwäsche. Unser Stoff, mit 22 Momme.

Woher das Wort kommt

  1. 15. Jahrhundert

    Momme (匁) ist eine alte japanische Gewichtseinheit von 3.75 Gramm, einst auch eine Münze. Für Perlen wird sie bis heute verwendet.

  2. 19. Jahrhundert

    Seidenhändler übernehmen die Einheit für Stoffe. Statt Fäden zu zählen, wiegen sie ein Stück von 45 Zoll mal 100 Yards: So viele Pfund, so viele Momme.

  3. Heute

    Japan rechnet längst metrisch, die Seidenwelt wiegt weiter in Momme. Für dich heisst das: 1 Momme sind 4.34 Gramm pro Quadratmeter, und 22 Momme kannst du mit der Küchenwaage nachprüfen.

Frau liegt auf dem ivoryfarbenen Seidenkissenbezug

Über Nacht

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