Über Maulbeerseide
Alles über die Faser und ihre Pflege. Versand und Rückgabe findest du unten auf jeder Seite.
Über Maulbeerseide
Was ist Maulbeerseide?
Maulbeerseide ist die Seide der Raupe Bombyx mori, die ausschliesslich mit den Blättern des Maulbeerbaums gefüttert wird. Weil die Raupen unter ruhigen, kontrollierten Bedingungen gehalten werden, spinnen sie einen besonders langen, gleichmässigen und feinen Faden. Ein einziger Kokon liefert mehrere hundert Meter am Stück.
Die Faser besteht aus dem Protein Fibroin. Der Seidenleim Sericin, der den Kokon zusammenhält, wird beim Entbasten entfernt. Übrig bleibt eine glatte, kühle, leicht glänzende Faser – die hochwertigste Seide, die es gibt.
Wildseiden wie Tussah stammen von anderen Raupenarten, die im Freien fressen. Ihre Fäden sind kürzer und unregelmässiger, der Stoff ist rauer. Für alles, was direkt auf Haut und Haar liegt, ist Maulbeerseide deshalb die Referenz.
Was bedeutet «Momme»?
Momme (mm) ist die japanische Gewichtseinheit für Seide: 1 Momme = 4.34 g/m². Die Zahl sagt, wie viel Seide in einem Quadratmeter Stoff steckt – also wie dicht das Gewebe ist. Je höher, desto schwerer, blickdichter und langlebiger. Je tiefer, desto leichter und durchscheinender.
- 16–19 Momme: leicht und günstig, aber dünn – die Seide nutzt sich schneller ab und wird mit der Zeit durchsichtig. Häufig bei günstigen Kissenbezügen.
- 22 Momme: dicht, glatt und langlebig, aber immer noch leicht und kühl. Der Standard für hochwertige Seidenbettwäsche.
- 25 Momme und mehr: noch schwerer und teurer, spürbar wärmer – für Kissenbezüge selten nötig.
Unsere Kissenbezüge haben 22 Momme (≈ 95 g/m²). Ein Bezug von 50 × 70 cm wiegt darum 76 bis 82 Gramm; unser Muster wiegt nachgewogen 81 Gramm. Du kannst es zuhause mit der Küchenwaage prüfen – wäre es die übliche 16-Momme-Ware, läge es bei rund 60 Gramm.
Seide oder Satin – was ist der Unterschied?
Satin ist eine Webart, kein Material. Die Atlasbindung legt die Fäden so, dass die Oberfläche glatt und glänzend wird. Ein Satin kann aus Polyester, Baumwolle oder Seide gewoben sein. Steht auf einem Kissenbezug nur «Satin» oder «Seidenoptik», ist es praktisch immer Polyester.
Seiden-Charmeuse ist die Satinbindung aus Seide: eine glänzende Vorderseite, eine matte Rückseite. Genau das ist unser Stoff.
Der Unterschied liegt in der Faser. Polyester ist eine Kunstfaser: Sie atmet kaum, staut Wärme, lädt sich statisch auf und nimmt keine Feuchtigkeit auf – bei Körperwärme fühlt sie sich schnell warm an. Seide ist eine Proteinfaser: atmungsaktiv, temperaturausgleichend und kühl im Griff.
So erkennst du echte Seide: am Etikett («100 % Maulbeerseide» mit Momme-Angabe statt «Satin» oder «silky»), am Preis (22-Momme-Seide ist für CHF 15 nicht herstellbar), am Gewicht und am Brenntest: Ein paar Fäden aus der Innennaht – Seide verkohlt und riecht nach verbranntem Haar, Polyester schmilzt zu einer harten Perle.
Was Seide für Haar und Haut tut
- Weniger Reibung. Die glatte Charmeuse-Oberfläche lässt Haare gleiten statt reiben. Weniger Frizz, weniger Knoten, weniger Spliss und Haarbruch. Locken und Blowouts halten länger.
- Weniger Feuchtigkeitsverlust. Baumwolle saugt: Nachtcreme, Haaröl und die Feuchtigkeit deiner Haut landen im Kissen. Seide nimmt deutlich weniger auf, die Pflege bleibt, wo sie hingehört.
- Weniger Schlaffalten. Die Haut wird nachts nicht geknautscht und «gezogen». Die Kissenabdrücke vom Morgen bleiben aus.
- Temperaturausgleich. Kühl im Sommer, angenehm im Winter. Seide ist atmungsaktiv und leitet Wärme ab, statt sie zu stauen.
- Verträglichkeit. Eine glatte Naturfaser, die nicht fusselt und nicht kratzt – darum wird Seide oft für empfindliche Haut empfohlen. Unsere Seide ist nach OEKO-TEX® STANDARD 100 zertifiziert, Produktklasse I.
Und was Seide nicht tut: Sie zaubert keine Falten weg und lässt keine Haare wachsen. Sie nimmt der Nacht die Reibung. Das ist alles – und ziemlich viel.
Hilft Seide bei unreiner Haut?
Ehrlich gesagt: Seide ist kein Medikament und behandelt keine Akne. Was sie ändert, ist die Umgebung, in der deine Haut acht Stunden liegt.
- Weniger Reibung an ohnehin gereizten Stellen.
- Weniger Aufsaugen: Deine Pflege bleibt auf der Haut statt im Kissen – und weniger Rückstände sammeln sich im Stoff.
- Glatt und fusselfrei, ohne Fasern, die auf der Haut liegen bleiben.
Bei unreiner Haut zählt vor allem eines: den Bezug häufig wechseln – alle zwei bis drei Nächte – und bei 30 °C mit Seidenwaschmittel waschen. Zwei Bezüge im Wechsel machen das einfach. Bei anhaltenden Hautproblemen gehört die Frage in die dermatologische Praxis, nicht in einen Onlineshop.
Ist Seide antibakteriell?
Das wird oft behauptet und meist mit dem Seidenleim Sericin begründet. Nur: Sericin wird beim Entbasten weitgehend entfernt. In einer glatten Charmeuse-Seide ist davon kaum noch etwas übrig. Wir werben deshalb nicht damit.
Was stimmt: Seide nimmt wenig Feuchtigkeit auf, trocknet schnell, fusselt nicht und lässt sich problemlos regelmässig waschen. Das ist hygienischer als jedes Versprechen.
Welche Seide verwenden wir?
100 % Maulbeerseide · 22 Momme · Grade 6A · Charmeuse-Bindung · aus OEKO-TEX® STANDARD 100 zertifizierter Produktion (Produktklasse I, die strengste Stufe, sie gilt auch für Babyartikel) · Kissenbezug mit verdecktem Reissverschluss. Alles in Ivory.
Zum Grade: Die Buchstaben stehen für die Faserqualität – A ist die langfaserige, höchste Klasse – und die Zahl für die Stufe innerhalb davon. 6A ist die oberste. Das Grading ist eine Klassifizierung der Branche, kein staatlicher Standard. Deshalb nennen wir zusätzlich das Gewicht: Das kannst du nachprüfen.
Seidenpflege
Wie wasche und pflege ich Seide?
Seide ist robuster, als ihr Ruf vermuten lässt. Mit ein paar einfachen Regeln bleibt sie jahrelang schön.
Waschen
- Handwäsche in lauwarmem Wasser (max. 30 °C) oder Schonwaschgang für Seide/Wolle.
- Mildes Seidenwaschmittel – kein Bleichmittel, kein Weichspüler, keine Enzymwaschmittel.
- Im Wäschesack und mit ähnlichen Farben waschen. Reissverschluss schliessen.
- Nicht einweichen, nicht auswringen.
Trocknen
- Nicht in den Tumbler.
- Flach oder hängend im Schatten trocknen – direkte Sonne bleicht Seide aus.
Bügeln
- Falls nötig: auf niedrigster Stufe (Seide), von links, leicht feucht.
- Ein Dampfbügeleisen mit Abstand funktioniert ebenfalls gut.
Aufbewahren
- Trocken und dunkel, am besten im Seidenbeutel.
- Nicht in Plastik einschliessen – Seide möchte atmen.
Tipp: Zwei Kissenbezüge im Wechsel verlängern die Lebensdauer beider – und du hast immer einen frischen.
Darf Seide in die Waschmaschine?
Ja. Schonprogramm für Seide oder Wolle, maximal 30 °C, tiefe Schleuderzahl, im Wäschesack und mit geschlossenem Reissverschluss. Handwäsche ist noch etwas schonender, aber nicht zwingend. Was der Seide wirklich schadet, ist nicht die Maschine, sondern Hitze, Bleichmittel, Enzyme und der Tumbler.
Wie oft sollte ich den Kissenbezug waschen?
Wie andere Bettwäsche auch: etwa alle ein bis zwei Wochen. Wer nachts Haaröl oder reichhaltige Nachtcreme trägt oder zu unreiner Haut neigt, wäscht häufiger. Regelmässiges Waschen bei 30 °C schadet der Seide nicht – falsche Waschmittel und Hitze tun es.
Warum fühlt sich Seide nach dem Waschen rau oder trocken an?
Meist ist es einer dieser Gründe:
- Zu heisses Wasser oder der Tumbler. Hitze greift die Proteinfaser an und nimmt ihr den Glanz.
- Das falsche Waschmittel. Enzyme, Bleichmittel und stark alkalische Vollwaschmittel bauen Fibroin ab – das ist ihr Job bei Eiweissflecken, und Seide ist Eiweiss.
- Rückstände. Weichspüler legt einen Film auf die Faser; hartes Wasser hinterlässt Kalk. Beides macht Seide stumpf und steif.
- Sonne beim Trocknen. UV-Licht bleicht und versprödet die Faser.
So bekommst du den Griff zurück: nochmals kalt mit Seidenwaschmittel waschen, ein Schuss farbloser Haushaltsessig ins letzte Spülwasser (löst Kalk und Rückstände, der Geruch verfliegt beim Trocknen), flach trocknen, dann leicht feucht von links auf Seidenstufe bügeln. Der Glanz kommt in der Regel zurück.
